Literarische Versuche

Geschichten und Gedichte aus Ulis Feder. Ohne perfektionistischen Anspruch. Nur aus Lust am Kreativsein.

Ulis literarische Versuche

Gedichte

Abschiedsübung

Früh am Tag fliegen im Bunde

Vor Purpurnen Himmel

Die Südsegler ihre erste Runde

Vornan der Kühnste der Staffette

Weist wohlwissend den Weg

Formationen folgen vertrauend

aufgereiht wie Perlen einer Kette

Auf grauweißem Wolkennichts mehr zu erahnen

Schwingen sie im Bogen auf und nieder

Schreiben wie Himmelskalligraphen feine Buchstabenbahnen

Worte freier Luftlieder

Alle kennen sich und freuen sich zu sehen

Nur wenige fehlen

Nicht alle haben es geschafft

Einige haben Not und Kälte dahingerafft

Die Vogelfamilie zieht stolz die Linie im großen Kreise

Wie zum Gedenken an die Verlorengegangenen

Eine Trauerschleife für die Vermissten

Abschiedsübung vor der langen Reise

Vögel bereiten sich vor

Wären wir nur halb so weise

Ich freu' mich auf den Herbst

Dunkle Regenwolken ziehen vorbei

Schirme und Kleidung für Wetter und Wind

Wie toll dreht sich der Wetterhahn

In einer Pfütze spielt ein Kind

Wechsel der Jahreszeit kündigt sich an

Ich freu' mich auf den Herbst

Der Sommer erstirbt nun im Farbenmeer

Blätter wirbeln auf als Trauerfahnen

Nasse Strassen und warmes Haus

Auf dem Ofen steht warmer Tee

Jetzt nur schnell hinein und die Schuhe aus

Ich freu' mich auf den Herbst

Meloncholie und Bruder Traurigkeit

Braucht das nicht Jeder einmal dann und wann?

Es düstert jetzt bereits am Tag

Gern hör ich mir Miles Davis an

Eine Stimmung, die ich zur Zeit sehr mag

Geschichten

Der Kaskade-Mann

Ich glaube ich war im zweiten Schuljahr. An diesem denkwürdigen Morgen konnte ich dem Unterricht kaum folgen. Das passierte mir natürlich selbst an gewöhnlichen Schultagen, aber heute war ich besonders unkonzentriert. Unkonzentriert ist vielleicht nicht ganz richtig. Meine Gedanken gingen vielmehr auf die Reise, beschäftigten sich weniger mit den Unterrichtsinhalten sondern vielmehr mit der Aussicht, dass nach Schulschluß eine besondere Begegnung auf mich wartete.
Der „Kaskade-Mann“ hatte seinen Besuch angekündigt und ich würde ihn treffen. Der Kaskade-Mann war eine Mischung aus Supermann und Batman. Er konnte ebenfalls, wie seine Kollegen, mühelos von Haus zu Haus fliegen und überwand ohne Probleme selbst größere Hindernisse. Er war jedoch anders gekleidet. Er trug ein weißes Fliegercape und eine weiße Fliegermütze. Ich kannte ihn gut, denn ich hatte ihn unzählige Male im Fernsehen gesehen. Er war auf der Seite der „Guten“. Ein ritterlicher Helfer der Frauen, der sich uneigennützig für sie einsetzte und ihren Problemen annahm. Das imponierte mir. Wie ein Blitz schwang er sich von einer Häuserbrüstung zur nächsten um gute Taten zu vollbringen. Er war ein Held, ein Vorbild für die Jugend und mein Idol.
Endlich war es soweit. Die laute Schulglocke kündigte den Unterrichtsschluß an und klang dabei wie ein Fanal. Jetzt trennten mich nur wenige Minuten und ein kleiner Nachhauseweg von ihm. Natürlich hatte ich meinen Schulkameraden von dem bevorstehenden Abenteuer erzählt. Ich hatte das Gefühl, sie glaubten mir nicht recht oder hielten mich für einen Aufschneider.
„Du triffst also den Kaskade-Mann, soso, und ich habe eine Verabredung mit Tarzan!“, lachte Daniel, mein bester Freund.
Freunde sind wahrscheinlich besonders neidisch. Doch das war mir egal.
Das Schicksal hatte mich auserwählt, Bekanntschaft mit der weißen Kreatur mit den übermenschlichen Kräften, zu machen.
Ich würde den Kaskade-Mann im Geschäft meiner Eltern sehen. Er hatte seinen Besuch dort angekündigt. Nach einem kurzen Fußweg stand ich vor dem Lebensmittel- und Feinkostladen. Ein Aufkleber am Eingang zeigte den Helden in voller Montur. Darunter stand in großen Buchstaben: „Der Kaskade-Mann kommt! – am Donnerstag um 12 Uhr“.
Seit Tagen fieberte ich beim Anblick dieser Ankündigung diesem Tag entgegen. Heute war es endlich soweit!
Ich betrat das Geschäft. Alles war an diesem Tag wie immer. Meine Mutter und die dicke Tante Lene bedienten hinter der Fleisch- und Wurstwarentheke, meine Oma saß mürrisch an der Kasse, mein Vater kontrollierte den Wareneingang, während Opa sich im Lager einen Wacholder genehmigte, Das gewöhnliche, tägliche Bild. Wir waren halt ein Familienunternehmen. Das war ebenso kundenfreundlich, wie ökonomisch notwendig. Bei uns wurde der Kunde noch persönlich begrüßt und bedient. Frau Witt von nebenan und Frau Dollendorf aus dem Altersheim bekamen täglich ihr Gläschen Sekt. Herr Losereit, ein eher stiller Kunde, bekam wie Willi Langhans, der Frohnatur, einen Kräuterlikör. Herr und Frau Asbach, hießen eigentlich nur deshalb Asbach weil sie gerne Weinbrand tranken. Es wurde überhaupt viel geplaudert und getrunken. Der Laden wirkte zuweilen mehr wie ein Pub, als wie ein Lebensmittelgeschäft. Ab und zu wurde auch schon mal was verkauft.
Ich begrüßte meine Verwandtschaft. „Na, wie war die Schule?“, wollte meine Mutter wissen. Das war mehr eine rhetorische Frage und hieß soviel wie: „Hallo, wie geht’s Dir?“ Ich antwortete nicht darauf, sondern fragte gleich: „Ist der Kaskade-Mann schon da?“ „Nein, der Kaskade-Mann ist noch nicht da, es ist aber auch noch nicht 12 Uhr.“, gab meine Mutter zurück.
Das Warten fiel mir schwer. Ich war doch sehr ungeduldig. Zudem verspätete sich mein Held und mich beschlich almählich die Angst, er würde nicht erscheinen. Vielleicht hatte er einen Einsatz der wichtiger war, musste woanders rettend eingreifen. Das hatte natürlich Vorrang. Aber traurig machte mich die Vorstellung doch, dass aus meinem Rendez-vous nichts werden würde.
Dann plötzlich regte sich etwas. Vor dem Laden fuhr ein Wagen mit großer Schrift: „Kaskade“ vor und kurze Zeit später stieg er aus: Der Kaskade-Mann in ganzer Größe. Ich war so überwältigt, dass ich mich überhaupt nicht fragte warum er eigentlich nicht geflogen kam. Hauptsache er war da!
Er war groß, ein schöner Mann und sehr höflich. Er begrüßte zunächst meine Eltern, dann die restliche Verwandtschaft und jeden eizelnen Kunden persönlich mit einem Handschlag. Mittlerweile war das Geschäft gerappelt voll. Eine Menge neugieriger Kunden und viele Kinder wollten den ungewöhnlichen Gast sehen. Nun kam unerwartet ich an die Reihe. Der Kaskade-Mann sah mir tief in die Augen und fragte mich: „Na, und wer bist Du?“ Darauf, dass er mich direkt ansprechen würde, war ich nicht gefasst. Ich rang um die passenden Worte und war so aufgeregt, dass ich nur meinen Vornamen herausbrachte. Ein peinlicher Dialog wie etwa am Nikolausabend, wenn man sich für seine Missetaten rechtfertigen sollte. Doch plötzlich verschwand das mulmige Gefühl, denn es passierte etwas womit ich nun gar nicht gerechnet hatte. Mit einer schnellen Bewegung nahm mich der große weiße Mann auf seinen Arm.
Jetzt war ich größer, als sie alle und was noch wichtiger war – mich hatte er auserwählt und niemand anders. Genügend andere Kinder tummelten sich ja in unserem Laden. In mir kam ein Hochgefühl auf. Eine Mischung aus Stolz und Dankbarkeit beschlich mich, während der Kaskade-Mann begann Geschenke zu verteilen. Meine Mutter assistierte ihm. Die Erwachsenen erhielten kleine Pakete. An die Kinder verteilte er Süßigkeiten. Während der ganzen Zeit behielt er mich auf seinem Arm. Die großen und kleinen Kunden freuten sich über die unerwarteten Zuwendungen. Ich hatte mein größtest Geschenk bereits erhalten. Ich war der Held des Tages.
Nachdem er sich noch eine Weile in unserem Laden aufhielt, natürlich etwas mit meiner Familie und den Kunden trank, verabschiedete er sich. Mir strich er noch einmal übers Haar und sagte kurz: „Servus, Kleiner“.
Schließlich stieg in seinen Wagen und fuhr davon. Ich habe ihn, außer im Fernsehen, nie wieder gesehen.
Dort machte er Werbung für ein Waschmittel mit dem Namen „Kaskade“. Das wußte ich, aber es störte mich nicht. Er war ein Kämpfer für Reinheit und strahlendes Weiß, ein Gegner des Schmutzes und ein Freund aller Hausfrauen.
Für mich blieb er vor allem eins: mein Held - Der Kaskade-Mann.

Lieder

Hol Dir munter einen runter (Ulis Sex-Tipp)

(zur Melodie "Don't Worry, Be Happy")

Bist Du mal in ganz persönlicher Not

Hör auf meinen Rat und wird‘ nicht gleich rot

Hol Dir munter einen runter!

Jeder blinde Hahn findet mal 'ne Frau

Doch manches Schwein manchmal keine Sau

Hol Dir munter einen runter!

Hu, HuHu, HuHuHuH…

Das Männermagazin ist gleich aus

Nun mach‘s Dir schon Du kleiner Sausebraus

Hol Dir munter einen runter!

Lass doch die Omis im Park in Ruh'

Was Du willst, das man Dir tut, füg' Dir selber zu

Hol Dir munter einen runter!

Hu, HuHu, HuHuHuH…

Gesellschaftlich akzeptiert ist jeder Fick

Doch auch 'ne Solonummer ist ganz schick

Hol Dir munter einen runter!

Emanzipiert ist auch der Bayer Franz

"I mocahs mia selboa mit moan oaignen Schwoanz"

Hol Dir munter einen runter!

Hu, HuHu, HuHuHuH…

Onanie bedeutet auf Raten den Tod, hat man gesagt

Doch wo Aids, GAU, Nine-Eleven droht

Hol Dir munter einen runter!

Hu, HuHu, HuHuHuH…

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